Die israelische Oper auf Massada
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Die israelische Oper auf Massada

Open Air Opernfestivals unter dem unendlichen Baldachin der leuchtenden Sterne gibt es überall auf der Welt. Viele historische und archäologische Stätten wie etwa die berühmte Arena in Verona, Italien, veranstalten solche Festivals. Noch häufiger werden Opernfestivals in Städten ohne solche geschichtlichen Stätten eingeführt, wie etwa in Bregenz auf der schwimmenden Seebühne in Österreich. Jedes einzelne dieser zahlreichen Festivals hat seine eigene Zusammenstellung touristischer, sozialer, wirtschaftlicher, Umwelt- und manchmal sogar politischer Facetten. Die israelische Oper hat ihr Open-Air-Festival im Juni 2010 erstmals eingeführt und nun, in seiner dritten Saison, ist es bereits zu einer Tradition geworden.

Die Veranstaltung eines solchen Festivals in Israel ist aufgrund der sehr komplizierten politischen, wirtschaftlichen und logistischen Problemstellungen nicht selbstverständlich. Wie alle anderen Festivals weltweit ist eine vollständige Infrastruktur und Produktionsorganisation erforderlich, um dieses Festival Wirklichkeit werden zu lassen. Die Prinzipien, von denen sich die israelische Oper bei der Einführung unseres Festivals hat leiten lassen lauten wie folgt:

1. Das künstlerische Prinzip Ein Open-Air Opernfestival macht eine Präsentation von Produktionen in einem viel größeren Maßstab möglich als im Opernhaus in Tel Aviv. Einerseits kann die Bühne viel größer sein und eine größere Zahl an Schauspielern fassen, was bei solchen Opern wie Aida von Verdi oder Carmen von Bizet tatsächlich erforderlich ist. Die überlebensgroße Opernmusik profitiert von einem viel größeren Spektrum wenn sie unter dem Sternenhimmel neben Massada mit ihrem zusätzlichen emotionalen Wert gespielt wird. Die Größe des Festivals ermöglicht es uns, die besten Opernkünstler wie Dirigenten, Sänger, Orchester und Bildner nach Israel zu bringen. Unsere Herausforderung ist es, künstlerische Megaproduktionen zu präsentieren, ohne sie zu einem Zirkus oder einer Ansammlung von Kunstgriffen werden zu lassen. Die Größe alleine ermöglicht es uns, Oper als Genre einem viel größeren nationalen und internationalen Publikum vorzustellen als dem, das in unser Opernhaus in Tel Aviv kommen kann.

2. Das Prinzip Tourismus Internationale Opernfestivals profitieren von einem großen und treuen Publikum, das jeden Sommer über die ganze Welt reist, um die verschiedenen Opernproduktionen unter dem Sternenhimmel zu genießen. Touristen, die in der Regel nach Israel kommen, sind hauptsächlich an dem Land interessiert, das den drei monotheistischen Religionen heilig ist. Sie kommen, um sich Jerusalem, Tela Aviv, die Wüste oder den Norden unseres Landes anzusehen. Die meisten dieser Touristen planen keine kulturellen Veranstaltungen in ihren Reiseplan ein und bekommen keinen Kontakt zum reichen kulturellen Gaumen unseres Landes. Es ist in gewissem Sinne ein wenig absurd, dass die israelischen Orchester, Theater, Tanzkompanien und bildenden Künstler weltweit auftreten, Touristen, die nach Israel kommen, jedoch nicht von diesem reichhaltigen und vielfältigen kulturellen Angebot profitieren. Die Gründung einer kulturellen Touristenattraktion wie unser Festival wird zu einem Magnet, der Kulturbegeisterte, die um die Welt reisen, sicher auch in unser Land bringen würde. Das Staat Israel, den der Durchschnittstourist kennenlernt, unterscheidet sich von dem Land, über das er aus den Medien und der Welt der Politik gelernt hat. Dieses positive, normale Bild Israels löst eine Kettenreaktion aus, die schließlich eine viel größere Anzahl an Touristen nach Israel bringen wird, Touristen, die Israel ihren Reiseplänen erst noch hinzufügen müssen. Wenn sie das nächste Mal hierherkommen glauben wir, dass sie zusätzlich zu unserem Opernfestival auch eine Tanz- oder Theatervorstellung oder eine Museumsausstellung ihren Reiseplänen hinzufügen werden.

3. Das soziale Prinzip Es ist sehr wichtig für unsere Oper, auch in der sozialen und nationalen Landschaft unseres Landes relevant zu sein. In unserem Festival haben wir 2500 Arbeiter, die für die Infrastruktur und den Ablauf des Festivals – die meisten von ihnen sind Einwohner des Negev und der Region des Toten Meeres. Die Kostümproben des Festivals geben uns die Möglichkeit, kostenlos tausende Bewohner der Peripherie einzuladen, die sich den Erwerb von Opernkarten für die Produktion nicht leisten können. Während des gesamten Festivals findet eine große Anzahl an Bildungsmaßnahmen für die Bewohner der Region des Toten Meeres statt und alle werden zu den Kostümproben eingeladen. So kann sich die Oper einem großen Publikum präsentieren, das mit dem Genre nicht vertraut ist, wenn die kulturelle Veranstaltung zu ihnen nach Hause kommt, in das neu errichtete Opernhaus in der Wüste. In diesem Jahr haben wir auch Künstler aus der Peripherie, Tänzer aus Rahat und Arad, die in der Produktion auftreten.

4. Das Umweltprinzip Ein Open-Air Festival mitten in der Wüste kreiert per Definition einen Dialog mit der natürlichen Umgebung, wenn es das Ziel ist, die Natur zu nutzen, wobei der Berg, die Wüste und das Meer zu Hauptdarstellern in der Vorstellung werden. Das Festival verherrlicht die Natur und lässt sie uns noch intensiver erleben. Wir versuchen nicht, künstliche Sets in die Wüste zu bringen, im Gegenteil. Wir genießen den natürlichen Hintergrund in seiner ganzen majestätischen Glorie und machen ihn zu einem Teil der Produktion. Gleichzeitig bringt das Festival dem Öffentlichkeit die Sanierung und den Erhalt des Toten Meeres zu Bewusstsein und die Wahl des Toten Meeres als eines der neuen Naturweltwunder der Welt.

5. Das wirtschaftliche Prinzip Unser Festival ermöglicht eine weitreichende Kooperation zwischen der Geschäftswelt und der Welt der Kultur wie sie bei vielen ähnlichen internationalen Festivals existiert. Unsere Zusammenarbeit mit der Discount Bank in den vergangenen zwei Jahren ist ein wirtschaftliches Modell, das einen dreifachen Dialog zwischen dem Geschäftsunternehmen, der kulturellen Organisation und dem Publikum ermöglicht. Die Initiative der Discount Bank öffnete die Tür für viele andere Unternehmen, die auch Teil unseres Festivals wurden, wie  Subaro, Harel Versicherungen, ElAl sowie Stiftungen und private Spender wie die Familienstiftung Meitar, die Rich-Stiftung und andere. Das Festival kann auch mit Sicherheit ein wirtschaftlicher Schub für die wirtschaftliche und geschäftliche Entwicklung in der Region des Toten Meeres für die Hotels vor Ort und neue Unternehmen, die Interesse daran zeigen, in der Region zu arbeiten und in sie zu investieren. Die Tausenden von Arbeitern, die im Festival angestellt sind, sind auch Teil dieses wirtschaftlichen Schubs in der Region des Toten Meeres. Dieses Jahr haben wir das Festival auf Jerusalem erweitert und unsere Vision ist, es auf weitere Regionen in Israel auszuweiten. Auf diese Weise machen wir aus unserem Festival ein kulturelles Ereignis, das ein Magnet für internationale Touristen ist, das Kultur und Wirtschaft ankurbelt genauso wie einen Umweltdialog – alles in einer einzigartigen, kulturellen Verpackung.

Genießen Sie unsere Festivalveranstaltungen!